Architektur nach 1945 - Die Architektur der Postmoderne

Als die Zeit der Postmoderne bezeichnet man den Zeitraum von etwa 1960 bis in die heutige Gegenwart. Der Begriff ,,postmodern’’ bedeutet soviel wie ,,nach der Moderne’’ und wurde erstmals 1967 auf die Architektur angewandt. Zunächst bezeichnete der Begriff eine Abkehrung von den Standards eines vorherrschenden Stils, des so genannten ,,Internationalen Stils’’. Kennzeichnend für den ,,Internationalen Stil’’ um 1960 waren äußerst monotone Gebäude. Bauwerke sollten nicht optisch ansprechend, sondern vor allem funktional und einheitlich gestaltet werden. Diese Monotonie führte zu einer Protestbewegung einiger Architekten, die somit die Postmoderne begründeten. Das meint aber nicht, dass "postmodern" automatisch "neu" bedeutet, denn schon Vorhandenes wurde nicht einfach übergangen, sondern vielmehr akzeptiert und in das Neue integriert.

Die erste Phase der Postmoderne begann etwa 1965 und endete 1970. Um aus der vorherrschenden Monotonie auszubrechen, betrachteten die Architekten ein Gebäude nun nicht mehr als eine Einheit, in der nur ein Stil vorhanden war. Man machte durch das Verwenden verschiedener Stile die Mischfunktion eines Gebäudes sichtbar. Ein Beispiel für diese Methode ist ein 1965 fertig gestelltes Bürogebäude in Rom. Dort kombinierte man durch das Verwenden von Stahl und Glas die ,,Büroatmosphäre’’ mit einer durch pittoreske Balkone und eine bewegte Dachsilhouette erzeugten Wohnlichkeit.

Die zweite Phase der Postmoderne dauerte von 1970 bis 1985. Die eben beschriebene Gliederung eines Gebäudes in verschiedene Einheiten, die durch die Verwendung von verschiedenen ästhetischen Mitteln voneinander abgegrenzt wurden, entsprach nun dem Standard. 1970 begann eine Gruppe von Architekten mit den so genannten ,,historisierenden Projekten’’. Dies bedeutete, dass ein historischer Stil reproduziert und mit dem Stil modernen Bauens kombiniert wurde. Gleichzeitig begann man nun auch schon bestehendes Baumaterial und Baukonstruktionen wieder zu verwenden und in das Neue einzugliedern. Für die Art des Bauens der zweiten Phase der Postmoderne ist der Erweiterungsbau der Neuen Staatsgalerie in Stuttgart von J.F. Stirling ein gutes Beispiel. Seine Methode, schon Bestehendes zu integrieren und sein Bauwerk an die jeweiligen Gegebenheiten des Ortes anzupassen, wurde dann auch von dem deutschen Architekten G. Böhm angewandt.

Die dritte Phase umfasst den Zeitraum von 1985 bis 1998. Darin kristallisierten sich vier verschiedene Stilrichtungen der postmodernen Architektur heraus:

-          die rational-argumentierende Richtung verarbeitet Aspekte der Moderne und der Vergangenheit.

-          die plastisch-sinnliche Architektur betont expressive Ausdruckswerte.

-         die ökologisch argumentierende Architektur betont menschliche und ökologische Bedingungen. 

        (z.B.: Grasdach- und Lehmbausiedlungen)

-          Der Dekonstruktivismus

 

Stadtgestaltung in der Postmoderne 

In der Moderne wurde noch die Vereinheitlichung des Stadtbildes angestrebt. Dies erwies sich jedoch als problematisch, da die monoton gestalteten, kubusartigen Bauten nur schwer in die historischen Baulandschaften integriert werden konnten. Die Postmoderne als Protestbewegung setzt deshalb im Gegensatz zur Moderne auf Heterogenität und Vielfalt. Sie sieht es als Vorteil für den Einwohner, wenn in einer Stadt viele verschiedene Baustile kombiniert werden.   

 

Architektur nach 1945 Schularchitektur Bildungsarchitektur nach 1945  Architektur des RWG  Fotogalerie  Günther Behnisch  Architekturwettbewerb  Startseite